Freitag, 5. März 2010

Sturm und Gas

Die stürmische Xynthia haben wir noch in Sassnitz über unsere Köpfe brausen lassen. In dieser Zeit haben wir über ein altbekanntes Problem nachgedacht...wer, wie, wo können wir unseren Gasanschluss wieder instandstellen. Wir hatten ja im Herbst den Schlauch einfach abgeschnitten und selbst das schwedische System angeschlossen. In Stralsund wurden wir dann auch fündig und der nette Herr im Caravan Center hatte erbarmen mit uns und hat die Sache noch am selben Tag in Ordnung gebracht. Natürlich wars nicht so einfach wie von uns angenommen, er musste nämlich das ganze Schlauchsystem ersetzen und eine neue Gasprüfung machen. Wir haben uns in dieser Zeit die Stadt Stralsund angeschaut. Wäre es nicht so saukalt gewesen, hätte man richtig flanieren können in den hübschen Gassen.

Kirche Stralsund









nicht das Schiff hat uns fasziniert, sondern das gefrorene Meer. Die mussten dieses Jahr da mit Eisbrechern durchfahren, um den Dampfern den Weg ins Meer freizumachen.









Nach einem wunderschönen Abend erlebten wir eine bitterkalte Nacht in unserer Kabine. Wir bekamen zwar Strom vom netten Gastwirt, nur nützte das nichts, weil unsere Batterie schlapp gemacht hatte. Das meinten wir zumindest, es hat sich dann herausgestellt, dass es nur die Sicherung war. ha ha, wir mussten selbst lachen am anderen morgen, als René auf die Idee kam die Sicherung zu prüfen, und das mit eingefrorener Nasenspitze






















hier an der Elbe hats hunderte von Gänsen und Schwänen

Sonntag, 28. Februar 2010

Sassnitz

Nach 4 Stunden Fähre tuckern sind wir in einer anderen Welt gelandet. Es hat zwar auch hier noch ganz schön viel Schnee, aber die Temperaturen lassen den Frühling erahnen. Man muss sich das vorstellen, wir sitzen draussen mit Sonnenbrille und trinken Kaffee und im Topf auf dem Tisch gibts Frühlingsblumen. Ihr müsst entschuldigen, aber wir sind grad von allem etwas überwältigt. Gestern Abend im Restaurant (wir waren seit Monaten nicht mehr auswärts essen) sind wir fast mit der Kerze auf dem Tisch dahingeschmolzen. Wir konnten einfach da sitzen, das frisches Brot und den knackigen Salat mit einem Gläschen Wein geniessen und das Ganze wurde uns erst noch an den Tisch serviert. Ha, wir fühlen uns Biene Maja und Willi auf auf der Blumenwiese.
Meer und Schnee, sehr speziell


ganz hübsch; Sassnitz auf der Halbinsel Rügen



und alles wird anders

Die Landschaft rauscht vorbei, km um km, der Küste lang durch ganz Schweden
Bitte nicht die Geschwindigkeit beachten, sondern die Kilometeranzahl. Ha, extrem interessant für alle Leser, aber ehrlich, das war gar nicht so einfach "zfötelä"










Boxenstopp in Härnösand









Je weiter wir in Richtung Südschweden kommen, desto mehr gehen die reinen, klaren Konturen des hohen Nordens verloren. Die klirrende Kälte mit dem einheitlichen Weiss in der unendlichen Weite weicht einer nassen Landschaft im grau Ton bei Temperaturen um den Schmelzpunkt.

Zweitgrösster See Schwedens, der Vättern









Statt Spuren von Schneehasen sehen wir morgens vor dem Motelfenster braune Roger Rabbits rumhoppeln. Das knirschen des Schnees unter den Schuhen bei eisiger Kälte wurde durch ein matschiges Geräusch ersetzt.

Die schlichten Tankstellen von schwedisch Lappland, mit dem Notwendigsten und der ungeniessbaren Brühe was sich Kaffee nennt, sind grossen Freizeitanlagen mit rumwuselnden 2-Beinern, hunderten von Gerüchen und einem Kaffee mit Schäumchen obendrauf gewichen.

Und wer nach 2000 km noch nicht genug hat vom Auto fahren, kann ja sein schwedisches Münz noch in den Spielautomaten schmeissen und ein Rennen in Monza fahren.



furchtbar dieses Hundeleben nach monatelanger Freiheit. Und erst diese Affenhitze mit einem Fell für arktische Temperaturen













Am 27.2.10 sagten wir "hej då Sverige" in Trelleborg und schifften über nach Sassnitz. Die Sprache wird uns schon ein wenig fehlen, vor allem dass alle sich duzen. Du mein lieber Schwan, jetzt verstehen wir was die Nordschweden gegen den südschwedischen Dialekt haben, diesen Singsang versteht ja kein Mensch. Also ab nach "Deutsch für du".